Das In-Worte-Fassen einer schlimmen oder gar schrecklichen Begebenheit scheint eine Art zu sein, das Geschehene zu verarbeiten. Es ist, als wolle man mit dem Überführen des Geschehens in Worte dessen Unmittelbarkeit bannen. Wenn ich etwas häufig genug ausspreche, verliert es seinen Schrecken?
Ich frage mich, ob nicht das Gegenteil der Fall ist. Ob nicht das Einkleiden von Schrecken in Worte den Horror nur verstärkt. Am Anfang war das Wort - das heißt doch, daß Worte unbedingt Realität sind. Aus Worten ist die Welt gebildet.
Oder so: es scheint eine gewisse Lust daran zu geben, Gräßlichkeiten in aller Ausführlichkeit und möglichst drastisch zu schildern. Im normalen Leben wird es selten etwas sein wie "und dann schoß ihm das Blut aus Mund und Nase, überall war Blut..." Eher kleiner Gräßlichkeiten, denen mit einer gewissen Begeisterung an eben der Gräßlichkeit Worte verliehen werden.
Aber vielleicht ist es besser, so etwas nicht wieder und wieder in Worten abzubilden und ihnen damit wieder und wieder anschauliche Realität zu verleihen.
Mittwoch, 26. September 2007
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