Was genau ist Trauer? Wann ist Trauer mehr als nur das Erschrecken über die Sterblichkeit, vor allem auch die eigene?
Können wir um jemanden trauern, der in unserem täglichen Dasein keine Rolle gespielt hat?
Betrauern wir die endgültige Abwesenheit eines Menschen, den wir kaum vermissen können, da er für unser Leben keine wirkliche Bedeutung hatte? Wenn ich einen Menschen zwar Zeit meines Lebens kannte, ihn aber nur ein- oder zweimal im Jahr ohne besonderes Interesse gesehen habe - was genau bedeutet dessen Tod mir? Ist es mehr als eine abstrakte Traurigkeit über die Vergänglichkeit, mehr als das Erschrecken über die Erinnerung an den eigenen Tod, mehr als das Bedauern, daß sich unsere persönliche Welt unkontrollierbar und endgültig verändert hat?
Vielleicht ist Trauer ein Gradmesser für die Liebe. Das Gefühl eines ureigenen Verlustes, wenn mit dem Sterben eines Menschen ein Stück des eigenen Herzens herausgerissen wird. Wenn plötzlich der geliebte Mensch nicht mehr existiert - die Liebe aber natürlich nicht mit dessen Tod aufhört in uns und uns täglich quält: da ist niemand mehr, dem diese Liebe gilt. Sie geht nicht ins Leere, aber in eine schmerzende Abwesenheit.
Dienstag, 25. September 2007
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