von Kate Atkinson habe ich gestern zu Ende gelesen.Wie immer bei ihr eine klasse Erzählstimme, sehr sehr witzig, voller Bonmots. Mein Liebling: "That was what the world was like, things improved but they didn't get better." Auch sehr schön (wenn auch irgendwie naheliegend) ist es, auf "I've found Jesus" die Mutter der Bekehrten antworten zu lassen "oh, where was he?".
Es ist der zweite Kriminalroman von Kate Atkinson, und die auf dem Taschenbuch aufgedruckten Kritiken überschlagen sich vor Lob, er sei so hochliterarisch. Ehrlich gesagt - das ist mir etwas entgangen. Vielleicht war ich zu sehr im "Dies-ist-nur-ein-Krimi"-Lesemodus und habe den Roman einfach vergnüglich weggeschlabbert, ohne mir z.B. besonders tiefschürfende Gedanken über die offensichtlich bedeutungsvollen Russischen Puppen zu machen. Das Buch soll ganz eindeutig wie diese ineinandergesteckten Puppen funktionieren - nur ist etwa die Auflösung nicht im Mindesten so paßgenau und zwangsläufig wie die kleinste, verborgene Puppe. Und so sehr ich den trockenen Tonfall der Autorin schätze - wenn alle Charaktere genau diesen Tonfall übernehmen und alle die gleiche abgeklärte, ironische Skepsis an den Tag legen, fehlt mir ja schon was.
Daß dies nun ein literarisches Meisterwerk ist, würd ich nicht dringend meinen - aber ein großes Lesevergnügen!
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