Dienstag, 12. Februar 2008

Tout est parfait

Na also, geht doch. Endlich mal keine Enttäuschung. Ein sehr ruhiger kanadischer Film über einen fast erwachsenen jungen Mann, dessen vier beste Freunde sich umbringen. 115 Minuten guckt man zu, wie Josh versucht, irgendwie damit fertigzuwerden, übrig geblieben zu sein. Die Spannung entsteht dadurch, daß man (wie alle Figuren im Film) grübelt, warum - und ob - Josh nicht in das "Selbstmord-Projekt" einbezogen war. Außerdem weiß man bald - nicht sofort - , daß der Film in Rückblenden erzählt und Josh im Koma liegt, was zumindest für mich den latent verstörenden Effekt hatte, daß nahezu jede Situation bedrohlich erschien: Fahrradfahren, Skateboardfahren, durch die Straßen gehen, schwimmen - bei all diesen Gelegenheiten könnte ein Junge ohne weiteres einen fast tödlichen Unfall haben. Oder führt ein gescheiterter Selbstmordversuch Joshs zum Koma?
Der Film bleibt nicht ganz klischeefrei, ist aber doch über weite Strecken eindringlich und eindrücklich. Beeindruckend ist die Szene, in der der Zuschauer am Ende des Films doch noch erfährt, ob Josh etwas vom geplanten Selbstmord der Gruppe wußte oder nicht: völlig unpathetisch und gerade deswegen von großer Wucht. Und von dieser Szene (und der Auflösung) aus gewinnt der ganze Film rückblickend noch einmal an Intensität.

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