5 Tage mit mehr Leben als sonst in ebensoviel Monaten - oder von mir aus Wochen. Das aber mindestens. Mit so vielen Erlebnissen, Eindrücken, Gesprächen, mit so viel Musik!
Ich fühl mich genauso gejetlagged wie nach der Rückkehr aus den USA, inklusive bleierner Müdigkeit tagsüber und Schlaflosigkeit nachts. (Scheint zur Gewohnheit zu werden.)
Mir fehlt tatsächlich das Rudel, aber auch ganz speziell einzelne Leute, mir fehlt die Ansprache, die Geselligkeit - und mir fehlt die Musik.
Während der Reise habe ich öfters drüber nachgedacht, warum man das eigentlich macht - es war ja auch einfach strapaziös, weil extrem eng geplant, dieser lange Reisetag war z.B. irgendwann nur noch anstrengend. Und trotzdem habe ich nicht einmal gedacht, wäre ich doch zu Hause geblieben. Und der Stimmung nach zu urteilen hat das wohl (fast) niemand gedacht. Vielleicht war es deswegen so angenehm und entspannt: alle wollten wirklich dabeisein - und es gab ein gemeinsames Interesse, das über alle Anstrengung hinweg trug. Bemerkenswert.
Jetzt fällt es mir schwer, zurückzufinden in den Alltag und ins Alleinsein - postgruppale Depression! Und: es steht offenbar eine Revision meines Selbstbilds an. Schock-Horror - bin ich gar nicht so soziophob wie ich dachte? Ich habe es regelrecht genossen, tagelang fast ununterbrochen unter Menschen zu sein - und immerzu mit neuen, anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. (Netten Menschen - das war sicher nicht ganz unrelevant). Sollte ich doch nicht so einsamkeitsliebend sein, wie ich mir die letzten 20 Jahre angewöhnt habe zu glauben? Und wenn es so ist - was mach ich jetzt mit dem Gelernten?
Sonntag, 26. Oktober 2008
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