3:00 Uhr morgens, der Bus fährt los gen Flughafen Podgorica. Ich bleibe wach, höre Philip Glass und nehme langsam Abschied; versuche, mich mit dem Gedanken anzufreunden, bald wieder als Einzelwesen zu existieren. Wir erreichen den Flughafen ungefähr 50 Minuten vor Abflug, es geht dort alles sehr flüssig - bis auf die Tatsache, dass unsere albanische Begleitung bei der Passkontrolle ne Runde schikaniert wird.
Da die Nacht gut zu einem neuen Tag geworden ist, kann ich jetzt schlafen: vom Flug nach Belgrad (kürzer als ne Stunde) merke ich nichts; in Belgrad angekommen denkt man "das waren jetzt 11 Stunden Zugfahrt!?" - aber ich möchte die Zugfahrt nicht wirklich missen.
Knapp 2 h Aufenthalt in Belgrad (irre, dieser halb verbarrikadierte Svarowksi-Laden, wer um Himmels willen kauft das hier?), die ich auf einer Bank liegend leidend verbringe. Kein Schlaf, dafür Magenschmerzen und Kopfweh - so langsam bin ich echt durch. Ist irgendwie aber halb so schlimm, weil es allen ähnlich geht; der Lack ist bei uns allen reichlich ab nach der mehr oder weniger schlaflosen Nacht. Umso schöner, dass immer noch ein wohlwollendes und geduldiges Miteinander geht (Schönberg - "goodwill"!); Angelika versorgt mich mit Keksen und Wasser, was meinen Zustand erheblich verbessert.
Auch den Flug Belgrad-Berlin verschlafe ich komplett und komme erst wieder so halbwegs zu mir, als John sagt "tolle Suppe hier" - der Himmel über Berlin.
Der Abschied fällt schwer; ich habe das Bedürfnis, das Herdendasein zu verlängern (wie ging Alleinsein noch??) und weiß doch, dass es jetzt ein Ende finden muß.
Tschüß Ihr alle, war schön mit Euch!
Wort des Tages: "Heute abend werde ich zu Hause sitzen und das Rudel vermissen" (Bettina)
Mittwoch, 22. Oktober 2008
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