Samstag, 8. November 2008

Herz/Hirn (Innereien)

Die Auflösung des Subjekts habe ich geschrieben in der Hoffnung, daß das Ausformulieren und Festhalten des Gedankengangs mich von ihm befreit. Da ist schon der erste Hackser: warum will ich mich davon befreien? Der zweite Hackser: das Ausformulieren gelingt nicht zu meiner Zufriedenheit. Sofort wieder der mittlerweile leider so abgegriffene, aber so so grundlegende Zweifel: kann ich denken, was ich nicht aussprechen kann? Irgendetwas am Gedachten läßt sich nicht in Worte pressen - aber was? Vermutlich ist das nicht wirklich stringente und klare Denken die Ursache. Gemengelage im Hirn ergibt leider auch ausformuliert keine brilliante Logik. Auch das kein einfacher Gedanke.

Aber zurück zum ersten Hackser: der Gedanke existiert in meinem Hirn - aber auch in meinem Herzen. (Um es mal platt im altbackenen Dualismus zu formulieren, da mir insbesondere für "Herz" gerade kein treffenderer Begriff einfällt.) Mein Hirn ist fasziniert und fängt an, auf dem Knochen herumzukauen. Mein Herz zieht insofern mit, als es sich inhaltlich spontan dem Gedanken anschließt: gefühltes Wissen. Aber: ihm tut der Gedanke gleichzeitig weh.
Hund Hirn redet sich raus mit: ich tu nix, ich will nur spielen. Was gedacht werden kann, wird gefälligst auch gedacht, wo bleibt sonst der sportliche Ehrgeiz. Und so wird auch gerne und ausgiebig auf Sachen rumgedacht, die dem Herzen tiefes Unbehagen oder gar Schmerzen verursachen.

Nun aber: warum gibt es diese Spaltung in der Wahrnehmung? Warum führen in neutraler Neugier gedachte Dinge zu emotionalen Verwerfungen? Und warum läßt man von diesen Gedanken nicht sofort ab, als hätte man sich die Hand an der heißen Herdplatte verbrannt?

Oder so, und das am allerwahrscheinlichsten: denke nie, gedacht zu haben...

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