Heute habe ich auf derbste Art eine Lektion in Sachen Ironie bekommen - und habe nicht mal das passende Lied parat: "Isn't it ironic".
Ist okay, Leben, du bitch, ich hab's geschnallt - und auch das mit dem "wen die Götter strafen wollen, erfüllen sie seine Wünsche".
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Samstag, 27. Dezember 2008
Revolution
Wahnsinn, wie schnell die Weltwahrnehmung sich ändern kann. Manchmal genügt ein Tag, manchmal 5 Minuten - und die Welt ist eine gänzlich andere geworden, revolutioniert. Und wie grauenhaft abhängig das ist von extrinsischen Umständen! Einmal mehr erscheint ein Leben als Einsiedlerin extrem reizvoll. Wozu sich abhängig machen von anderen? Warum nicht autark und allein sein?
Mittwoch, 24. Dezember 2008
Weihnachtsüberlagerungen
Nachdem ich gestern noch frotzelte, ob es nicht eher "Wein-Nacht" heißt, brauche ich heute tatsächlich ein gerüttelt Maß an Alkohol, um den Abend zu überstehen. Und das, obwohl ich nicht alleine in meiner Berliner Wohnung sitze, sondern bei der lebhaften und nicht winzigkleinen Familie meiner lieben Schwester. Meine jüngste Nichte hat ihren boy friend da, vielleicht spielt das neiderweckend eine Rolle. Oder, daß es vertraut ist, weil Familie, aber doch reichlich eigenartig, weil z.B. meine Mutter fehlt und es auch keinerlei Bestrebungen gibt, weitere Geschwister zu treffen. Auch seltsam ist, während der Feiertage nicht wie irre durch halb Deutschland zu reisen, das ist so ungewohnt stationär und allein durch die fehlende Hektik etwas lähmend.
Vielleicht wäre es doch verträglicher gewesen, in Berlin zu bleiben? Das wäre immerhin ein gänzlich anderes Weihnachten gewesen und hätte daher vielleicht die scheinbar kleinen, aber letzlich so entscheidenden Differenzen zu Weihnachten der letzten Jahre nicht so überdeutlich gemacht? Wenn alles ganz anders ist, schieben sich wohlmöglich nicht so penetrant die vordergründig ähnlichen Bilder der Vergangenheit vor die Gegenwart und dieses ungute Schwindelgefühl wäre ausgeblieben? Stattdessen hätte ich mir mit Peter Fox sagen können "Alles neu!" - eben auch die Art, Weihnachten zu verbringen, was ein stärkendes Bewußtsein von Coolness und Unabhängigkeit hätte bringen können. Stattdessen bin ich befremdet und fühle mich wie die Vorlage für dieses Suchspiel mit den zwei nur auf den ersten Blick identischen Bildern mit der Aufgabe "Finde die Fehler".
Vielleicht wäre es doch verträglicher gewesen, in Berlin zu bleiben? Das wäre immerhin ein gänzlich anderes Weihnachten gewesen und hätte daher vielleicht die scheinbar kleinen, aber letzlich so entscheidenden Differenzen zu Weihnachten der letzten Jahre nicht so überdeutlich gemacht? Wenn alles ganz anders ist, schieben sich wohlmöglich nicht so penetrant die vordergründig ähnlichen Bilder der Vergangenheit vor die Gegenwart und dieses ungute Schwindelgefühl wäre ausgeblieben? Stattdessen hätte ich mir mit Peter Fox sagen können "Alles neu!" - eben auch die Art, Weihnachten zu verbringen, was ein stärkendes Bewußtsein von Coolness und Unabhängigkeit hätte bringen können. Stattdessen bin ich befremdet und fühle mich wie die Vorlage für dieses Suchspiel mit den zwei nur auf den ersten Blick identischen Bildern mit der Aufgabe "Finde die Fehler".
Dienstag, 23. Dezember 2008
Surreale S-Bahn
Am Südkreuz formerly known as Papestraße steige ich in eine am Bahnsteig als "S 41 nach Gesundbrunnen über Westkreuz" ausgewiesene S-Bahn (bin dort immer leicht desorientiert, die Richtung scheint mir aber hinzuhauen). In der S-Bahn sagt die Lauftextanzeige "S 42 Richtung Hermannstraße, nächster Halt Tempelhof", die Stimme vom Band meint dasselbe. Mist, denke ich und mache mich bereit, an der nächsten Station (=Tempelhof) wieder auszusteigen, gucke zufällig auf das Schild auf dem Bahnsteig, und das sagt: Schöneberg. Da ist ja eigentlich klar, was Sache ist bzw. daß die Anzeige und -Sage in der S-Bahn falsch gepolt ist. Trotzdem bleibt es 15 Minuten lang an jedem S-Bahnhof für mich leicht unwägbar, wo ich nun wirklich bin - ich traue den Schildern auf den Bahnhöfen nicht dringend mehr als der in der S-Bahn laufenden Anzeige, meinen eigenen Sinnen nicht mehr als dem geschriebenen Wort, meiner eigenen Erkenntnis nicht unbedingt mehr als der vermittelten Wirklichkeit. Das Ganze ergibt ein 15 Minuten anhaltendes surreales Gefühl von Vertigo - entschieden kafkaesk.
Dienstag, 9. Dezember 2008
Anonyma
Ich nutze diesen Blog als Sammellager und Ausweichdeponie für allen möglichen Kram, der mir grade so durchs Hirn wabert und habe überhaupt kein Problem damit, mir, wie eine Freundin sagte "in den Kopf gucken zu lassen", weil ich ja sowieso alle, die mich kennen und die Geduld aufbringen, sich mein Gedankenmäandere anzuhören, damit zutexte.
Der unwahrscheinliche Fall, dass mir Unbekannte den Blog lesen, läßt mich auch kalt - was kratzt es mich, was irgendjemand, den ich nicht kenne, und der nicht weiß, wer ich bin, von mir liest? Das ist eben genau der Segen der Anonymität.
Kürzlich habe ich aber mal ernsthaft - und länger! - darüber nachgedacht, ob es sowas wie ein für andere nicht zugängliches Blog gibt, also ein Blog, das nicht gelesen werden kann - und ich bin tatsächlich erst nach etlichen Denkminuten drauf gekommen, daß es das in der Tat gibt: man nennt es Tagebuch.
Früher gab's das in Papierform, heute böte sich eine Datei auf dem eigenen Rechner an... wie Web 2.0 ist das denn, daß ich da ernsthaft nicht sofort drauf gekommen bin?
Der unwahrscheinliche Fall, dass mir Unbekannte den Blog lesen, läßt mich auch kalt - was kratzt es mich, was irgendjemand, den ich nicht kenne, und der nicht weiß, wer ich bin, von mir liest? Das ist eben genau der Segen der Anonymität.
Kürzlich habe ich aber mal ernsthaft - und länger! - darüber nachgedacht, ob es sowas wie ein für andere nicht zugängliches Blog gibt, also ein Blog, das nicht gelesen werden kann - und ich bin tatsächlich erst nach etlichen Denkminuten drauf gekommen, daß es das in der Tat gibt: man nennt es Tagebuch.
Früher gab's das in Papierform, heute böte sich eine Datei auf dem eigenen Rechner an... wie Web 2.0 ist das denn, daß ich da ernsthaft nicht sofort drauf gekommen bin?
Samstag, 6. Dezember 2008
Novemberkind

Die Rezensionen waren durchweg so angetan, daß meine Zweifel (Doppelrolle Mutter und Tochter, da werd ich schon vorsichtig) hinweggefegt wurden; zu Unrecht. Mag ja an mir liegen, aber ich fand Story und Erzählweise unangenehm konstruiert und überfrachtet. Und vor allem kann ich nicht die Ansicht teilen, daß man nicht merkt, daß es ein Abschlußfilm ist - ich finde, man merkt sehr deutlich, daß der Regisseur seinen Themen - u.a. Schuld und individuelle Verantwortung - (noch) nicht gewachsen ist. Zuviel krampfhaft symbolische Handlungen und Bilder, zuwenig erfahrener Schmerz. Zumal man den Personen nicht wirklich nahe kommt, sie bleiben alle so fern und fremd, daß zumindest ich kein wirkliches Interesse entwickelt habe; was besonders befremdlich war, als man sich von der Besetzung her in einem Andreas-Dresen-Film wähnte, aber in dessen Filmen ist man eben ganz dicht an den Figuren dran und lebt mit ihnen mit - hier nicht.
Ein Film, der seinen eigenen Ansprüchen nicht recht gerecht wird.
Und mein Urteil bestätig: nichts angucken, weder Theaterstück noch Film, in dem Ulrich Matthes mitspielt. Der nervt immer nur mit seiner manischen und trotzdem so dermaßen flachen Spielweise und offenbar bürgt sein Mitwirken stets für Nicht-Qualität.
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