Mittwoch, 24. Dezember 2008

Weihnachtsüberlagerungen

Nachdem ich gestern noch frotzelte, ob es nicht eher "Wein-Nacht" heißt, brauche ich heute tatsächlich ein gerüttelt Maß an Alkohol, um den Abend zu überstehen. Und das, obwohl ich nicht alleine in meiner Berliner Wohnung sitze, sondern bei der lebhaften und nicht winzigkleinen Familie meiner lieben Schwester. Meine jüngste Nichte hat ihren boy friend da, vielleicht spielt das neiderweckend eine Rolle. Oder, daß es vertraut ist, weil Familie, aber doch reichlich eigenartig, weil z.B. meine Mutter fehlt und es auch keinerlei Bestrebungen gibt, weitere Geschwister zu treffen. Auch seltsam ist, während der Feiertage nicht wie irre durch halb Deutschland zu reisen, das ist so ungewohnt stationär und allein durch die fehlende Hektik etwas lähmend.
Vielleicht wäre es doch verträglicher gewesen, in Berlin zu bleiben? Das wäre immerhin ein gänzlich anderes Weihnachten gewesen und hätte daher vielleicht die scheinbar kleinen, aber letzlich so entscheidenden Differenzen zu Weihnachten der letzten Jahre nicht so überdeutlich gemacht? Wenn alles ganz anders ist, schieben sich wohlmöglich nicht so penetrant die vordergründig ähnlichen Bilder der Vergangenheit vor die Gegenwart und dieses ungute Schwindelgefühl wäre ausgeblieben? Stattdessen hätte ich mir mit Peter Fox sagen können "Alles neu!" - eben auch die Art, Weihnachten zu verbringen, was ein stärkendes Bewußtsein von Coolness und Unabhängigkeit hätte bringen können. Stattdessen bin ich befremdet und fühle mich wie die Vorlage für dieses Suchspiel mit den zwei nur auf den ersten Blick identischen Bildern mit der Aufgabe "Finde die Fehler".

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