Mittwoch, 11. Februar 2009

Alle anderen


Nur 15 Stunden später sitze ich am Montag wieder im Berlinale-Palast bei der Premiere des zweiten deutschen Wettbewerbsbeitrags. Der erste Film von Maren Ade war eine beklemmende Lektion in Fremdscham; dieser Film über ein Paar, dessen Beziehungsgefüge katalysiert durch die Begegnung mit einem sehr anderen Paar in Schieflage gerät, ist ebenfalls sehr eindringlich, zumal "too close to home for comfort". Mich nimmt der Film schwer mit - kommen alle Beziehungen unweigerlich an diesen Punkt des Ungleichgewichts, der Machtspiele, der Rollenzuweisung und Fremddefinition der eigenen Identität, der Selbstentfremdung? Sicher spielt meine Übermüdung eine Rolle dafür, wie hart der Film mich trifft, aber es dürfte auch auf seine Qualität zurückzuführen sein, darauf, wie echt die Charaktere wirken, wie genau beobachtet dieser elende slippery slope dargestellt ist.
Hinterher frage ich mich, was genau die Relevanz eines derart aufs rein Privat-Persönliche beschränkten Filmes ist - ist das nicht reine Nabelschau, l'art pour l'art? Oder nicht, weil die Gesellschaft nunmal aus Individuen (bzw. Paaren...) besteht? Komisch, dieser Gedanke - so untypisch für mich, die ich finde, das Überpersönliche spiegelt sich im Individuellen.
Vielleicht nur der Kontrast zu "Storm" mit seinem weiteren Thema?

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