Freitag, 13. Februar 2009

Beeswax


Auch am Montag gesehen, in 45 Minuten vom Potsdamer Platz ins schon überfüllte Delphi-Foyer, wo auf Einlaß gewartet wird für diesen kleinen feinen amerikanischen Independent-Film über ein Zwillingsschwesternpaar in Austin. Genau was ich erwartet oder erhofft hatte, und nach "Alle anderen" Balsam für die Seele: ein schönes quirky setting in einem Vintage-Klamotten- und anderes-Laden, wunderbar echte und dennoch sympathisch verschrobene Figuren - und zwei überaus charismatische Laiendarstellerinnen in den Hauptrollen, die geradezu strahlen und zumindest mich völlig mitnehmen in ihr Filmleben. Man hat ein bißchen das Gefühl, netten Menschen bei ihrem normalen Leben zuzusehen, ohne das es das quälend langsame oder pomadige der so hoch gelobten, von mir aber als unerträglich empfundenen Berliner Schule hätte.
Der Regisseur wirkt beim anschließenden Gespräch wie ein total netter Kerl, der die Lampen an hat und mit dem man gerne mal ein Bier trinken würde. Er sagt dann das, was ich schon länger wabernd dachte, aber nie so hätte auf den Punkt bringen können: er suche bei Filmen immer das Gefühl, dem Geschehen oder den Figuren ein bisschen hinterher zu sein: das sei das Größte, was ein Film erreichen könne, weil "wie im wahren Leben", wo man auch nicht immer genau weiß, was was bedeutet und wie es wohl weitergeht. Genau das hat er erreicht: man lebt mit, manchmal nicht ganz genau wissend, was warum passiert und wo man ist - und dann immer wieder bei Großaufnahmen der ausdrucksvollen Frauengesichter, bei denen man als Zuschauer quasi in ihre Augen blickt, ist man ganz bei den Figuren, ganz im Filmmoment.
Wunderbar.

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