Dienstag, 17. Februar 2009

The Exploding Girl


Dieser Film aus dem Forum ist mein Liebling der paar diesjährigen Berlinale-Filme. Die Geschichte (plot könnte man es erst recht nicht nennen) kaum der Rede wert: College-Mädel fährt in den Semsterferien heim zu Muttern in New York, telephoniert mit boy friend (bzw. eben nicht, weil der nicht erreichbar ist), der trennt sich dann per Telephon, gleichzeitig wirbt der alte Schulfreund verhalten um ihre Gunst. Why this movie, könnte man denken, aber: was ein wunder-, wunderschöner Film! Schon das Anfangsbild, wie auf der Autoscheibe gespiegelt das Laub grün dahinflirrt und dahinter das schlafende Gesicht des Mädchens mal deutlicher, mal fast gar nicht mehr zu sehen ist!
Die Bilder sind stringent durchkomponiert, meist strukturiert bzw. verengt durch vertikale Linien: Wände, Türrahmen, auf den Straßen laufen die Figuren oft zwischen Baumstämmen. Und diese Szene auf dem Hausdach! Wie die Tauben über den durchscheinenden Himmel fliegen, wie die Kamera auf einmal die Perspektive wechselt und wir auf der anderen Seite des Paares sind!
Die Stimmung ist romantisch-schwebend, fast lyrisch, trotz der fast dokumentarisch wirkenden Handkamera, die den Figuren stets mit Abstand folgt und oft dem Straßenverkehr erlaubt, sich zwischen sie und die Hauptfiguren zu schieben, und die letzte Szene - der Kreis schließt sich, es ist die Autofahrt zurück zum College - in der sich langsam langsam die Hände der beiden scheinbar Schlafenden fassen und verschränken, ist nach dem ruhigen intensiven Film herzrührend.

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