
Dies war der Film, den ich unbedingt sehen wollte, weil ich "Yes" von Sally Potter - vor 3 Jahren auf der Berlinale im Panorama gesehen - so wunderbar fand, und so nahm ich billigend in Kauf, an einem Sonntag abend - vielmehr: Montag morgen! - erst um 1:00 Uhr ins Bett zu kommen, weil die Wettbewerbspremiere nunmal Sonntag abend um 22:30 Uhr war. Das brutale Schlafdefizit hat sich nicht gelohnt. Interessant ist die Idee des Erzählers - ein wiederkehrendes Element in Sally Potters Filmen. Hier ist er nicht zu sehen oder zu hören, und doch gäbe es ohne ihn keinen Film, er ist Auslöser des Erzählens der Figuren vor monochromen Hintergrund, aus denen sich die Geschichte formt. Sicher der formal experimentellste Film des Wettbewerbs - aber es reicht nicht für eineinhalb Stunden. Vielleicht hat Sally Potter zu sehr vernachlässigt, dass Film doch letztlich ein optisches Medium ist - ich hatte irgendwann keine Lust mehr, hinzusehen, außer bei Judi Dench. Es lag wohl nicht nur an meiner Müdigkeit, auch andere fanden den Film zu lang und letztlich zu inhaltslos.
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