Dienstag, 21. April 2009

Stellet Licht

Ein Film aus bemerkenswerten Bildern von großer Schönheit, Kraft - und Leere. Der bleibende Eindruck bei mir ist vor allem einer der Leere. Die extreme Langsamkeit und Kargheit des Films wirkt entfremdend, befremdend - und nahezu abstoßend.
In einer Kritik wird Valeska Grisebachs Film "Sehnsucht" erwähnt, und in der Tat sind beide Filme sehr ähnlich. Mal sehen, ob auch "Stellet Licht" trotz meiner inneren Distanz und meines Befremdens so eine bleibende Wirkung haben wird.

Freitag, 3. April 2009

Gender Studies

Noch ein Nachtrag zur Re:publica: toll war: immer leere Frauenklos, nie ne Schlange! Ich wunderte mich spätestens beim zweiten Klogang, kam dann aber erst 1/2 Tag drauf: Ratio Männer:Frauen auf der re:publica dürfte so 70:30 gewesen sein.
Nicht wirklich verwunderlich... then again: warum nicht verwunderlich? Es ging ja um _social_ web irgendwie, und Soziales, Kommunikation ist ja traditionell Frauendomäne.
Hmmm...mal genauer drüber nachdenken.

WLAN-lose Re:publica

Es bleibt nervig und irgendwie mega-absurd, daß die Konferenz über Web 2.0, die "Bloggersphäre" (grauenhaftes Wort!) etc. weitgehend ohne WLAN-Versorgung über die Bühne geht. Ich war selten so anhaltend immer wieder aufs neue so frustriert - und ich bin wahrlich nicht die große Websüchtige, aber wenn ich schon auf SO einem Event bin, will ich doch twittern und bloggen darüber! Tja, ging aber nicht.
Schade eigentlich...
Ein netter Mitgenervter brachte den bestechenden, aber sicher falschen (?) Gedanken auf, so könne gewährleistet werden, daß nichts negatives gebloggt oder getwittert würde... deswegen keine Strom- und Netzversorgung!?

Wikipedia

Weniger interessant als gehofft ist der Vortrag vom Wikipedia-Gründer Jimmy (nicht Jimbo, wie ich dem Programm nachplappernd getwittert habe) Wales: mehr ein Werbevortrag mit vielen Statistiken zur Erfolgsgeschichte von Wikipedia.
Interessant, dass die deutsche Wikipedia die fehlerfreieste ist.
Fraglich finde ich die Aussage, dass die guten Blogger Journalisten ersetzen (können) - was ist mit der Reichweite? Nicht im Sinne der Weite - die ist gegeben, natürlich, sondern im Sinne der Breite! Wie viele Menschen lesen ein Blog - die meisten Blogs belegen doch den schönen Spruch "never before have so many said so little to so few." (Zitatbelegung folgt, bis dahin: courtesy of J)
Sehr schön und bedenkenswert aber der Gedanke, daß ein Gemeinschaftsprodukt wie Wikipedia sich qualitätsmäßig nicht auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner einpegelt, sondern daß die Akzeptanz eines Artikels umso größer ist, je besser dieser ist: also daß höhere Qualität der gemeinsame Nenner ist!
Zu schön, um wahr zu sein, so denke ich spontan, gleichzeitig doch hoffend, Mr Wales habe recht!

Donnerstag, 2. April 2009

Web 2.0 - Re:publica

Ich komme morgens um kurz vor 10 nach 10 km Radfahren ziemlich verschwitzt am Friedrichstadtpalast an - scheint mir irgendwie unpassend. Radeln Geeks zum Geek-Event quer durch die Stadt, den Laptop im Fahrradkorb? Ich glaube kaum.
Überhaupt fühl ich mich nicht wirklich richtig am Platz. Habe zwar zur Tarnung ein Laptop dabei - aber das ist ein 3 (?) Jahre altes ThinkPad, das outet mich wohl eher als Außenseiterin. Ebenso outet mich, dass ich keinen Netzzugang kriege - im Friedrichstadtpalast scheint das Re:publica-Netz nicht wirklich zu funktionieren. Aber natürlich sind genug Leute über Iphone oder sonstwie autark im Netz.
Der Friedrichstadtpalast ist erstaunlich angenehm; und ich sehe absolut den Reiz der peer group; muß toll sein, wirklich dazuzugehören zu der hippen Netz-Crowd und cool vom Leder ziehen zu können. Dazugehören, yeah!
Immerhin erstaunlich: meine automatisierte Gruppenabwehr schaltet sich hier nicht ein: das Volk ist angenehm autistisch; als Einzelgängerin falle ich nicht wirklich auf.
In der freebees-Tasche ist irgendwelcher Kram, dabei wäre, was man wirklich bräuchte, n Verlängerungskabel!