Freitag, 17. September 2010
The Waterless Flood
von Margaret Atwood hat mich die letzte Woche lesend beschäftigt, obwohl ich spätestens in der Hälfte die Hoffnung aufgegeben habe, dass es noch interessant wird. Eine sterbensöde Öko-Dystopie im wesentlichen ohne Ideen, Handlung oder spannende Charaktere. Irgendwie muß Mrs Atwood offenbar alle paar Jahre n SciFi schreiben, ob Idee oder nicht - die Charaktere dieses Buches sind entsprechend auch ihrem früheren "Oryx and Crake" entnommen, das aber wesentlich interessanter war als dieser gänzlich überflüssige neue Roman. Verschwendete Lesezeit - und so ein dickes, schweres Buch beim Herumtragen! Mrs Atwood scheint auf ihre alten Tage etwas öko-fanatisch (und dotty) zu werden und meint offenbar, ein mahnender Zeigefinger in Richtung monopolistische Großunternehmen und Umweltzerstörung reiche aus für einen gelungenen Roman. Tut es aber nicht. Aber was soll's - wo Atwood drauf steht, muß Qualität drin sein, oder wie erklären sich sonst die positiven Rezensionen? Verkaufen lassen sich die Bücher von Margaret Atwood auch allemal, sie meint vermutlich, mit ihrer altbackenen Öko-Angstmache (so ärgerlich unoriginell, grobschlächtig undifferenziert und vor allem geradezu unerträglich gouvernantenhaft von oben herab) die Welt verbessert zu haben, und so sind denn alle zufrieden. Außer der Leserin. Die findet, jedes schlechte Buch macht die Welt schlechter. Meine Achtung für Margaret Atwoods literarische Leistung ist deutlich geschmälert - so ein schlechtes Buch hätte ich ihr nie zugetraut. Bei einer "Blindlesung" hätte ich getippt auf, sagen wir mal: das Erstlingswerk einer Mischung zwischen Patricia McKillip und Frank Schätzing. How is the mighty fallen!
Freitag, 3. September 2010
The Needle's Eye
ist ein älterer Roman von Margaret Drabble, aus den 70ern, und anders als z.B. "The Gates of Ivory" deutlicher seiner Entstehungszeit verhaftet. Die Gräben zwischen den Klassen und Geschlechtern, Ansichten und Einstellungen, die Feinheiten in Lebensstil und Weltanschauungen sozialer Aufsteiger sind deutlich 70er Jahre. Die Wahlmöglichkeiten des Lebensstil und dessen Äußerungen sind deutlich enger und begrenzter, weniger ausdifferenziert als man es heute erlebt. Auch den Stil finde ich ungeschliffener, schwerfälliger, gewollter als in ihren späteren Werken, die Häufung von Wiederholungen z.B. nervt zu Beginn etwas. Alles in allem "more heavy-handed". Trotzdem wie jeder ihrer Romane schön zu lesen, ihre Dialoge sind einfach wunderbar, ihre Charakterbeschreibungen so differenziert und wahr - und wie immer ihr zentrales Thema "wie soll man leben" einfach packend nach den wenig relevanten Büchern in letzter Zeit.
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