Immer dasselbe: sitzt man neben einer Frau (im ICE, im Kino, im Theater, egal wo), bleibt die geteilte Armlehne in aller Regel frei, es sei denn (vor allem im Zug) die früher Dagewesene ist so herrisch, ihr älteres Recht auf das Territorium auszuspielen, was i.d.R. stillschweigend anerkannt wird, so daß diejenige, die zuerst alleine saß, die Armlehne weiter für sich beanspruchen kann.
Ganz anders, wenn ich neben einem Mann sitze! Auch dann, wenn ich schon Stunden alleine dasaß und ganz klar die älteren Rechte habe und dann ein Mann z.B. zusteigt, sagen wir mal: in Wolfsburg, wenn man von Frankfurt am Main nach Berlin fährt. Dann ist man nicht nur die Armlehne sofort los, sondern sie wird nicht mal als neutrales Territorium anerkannt und von beiden freigehalten. Wenn man neben einem Mann sitzt, beansprucht der sofort - und völlig selbstverständlich - alle verfügbaren Armlehnen für sich. Was ist das nur!?
Mein Experiment, die gemeinsame Armlehne sehr deutlich und selbstsicher für mich zu beanspruchen und meinen Arm breit und bräsig auf der Lehne zu belassen endet regelmäßig mit zu großem Kuschelfaktor. Und immer bin ich diejenige, die die Nerven verliert und die unerwünschte Tuchfühlung beendet, indem ich die Armlehne aufgebe. Neulich wurde mein Ellbogen sogar rüde vom zugestiegenen Arm von der Armlehne geschubst. Meine Beschwerde stieß auf total taube Ohren: nein, gar nicht, er hätte meinen Ellbogen gar nicht runtergeschubst.
Wer kann mir dieses Phänomen erklären? Letzteres Beispiel scheint mir dafür zu sprechen, dass Männer einfach nix merken. Eben auch nicht, wenn sie Kontakt zu einem Fremdarm haben und diesen weg- und runterschieben.
Bei den Konstellationen Frau-Frau und Mann-Frau ist die Armlehnenlage empirisch und abschließend geklärt. Was mich aber brennend interessiert: wie wird die Armlehne verteilt, wenn zwei Männer nebeneinander sitzen??
Ich bitte dringend um erhellende Kommentare!
Dienstag, 13. November 2007
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