Los gings mit einem englischen Kinderbuch "Magyk" von Angie Sage. (Das y! irgendwie affig, mich hats aber angezogen.) Angeblich ganz toll, die Rezension war so ungefähr "Watch it, Harry Potter, here's a new young magician". Was die ca. 100 Seiten des Buches, die ich durchgehalten habe, mir aber nur gezeigt haben, ist, wie gut Harry Potter wirklich ist. Oder Philip Pullman, der ja merkwürdigerweise in Deutschland ziemlich unbekannt ist.
Naja, das wird sich ändern, wenn die Verfilmung von "Northern Lights" im Dezember ins Kino kommt. Noch dazu mit sexy Nicole Kidman und sexy blond Bond Daniel Craig. Damit auch die Eltern was davon haben. Oder so. Mir graut es jetzt schon davor, dass ein zu unrecht hierzulande unbekanntes Buch dann der Renner wird, weil die Verfilmung - die dem Buch einfach nicht gerecht werden kann, oder geht der Film 8 Stunden? - als Blockbuster ins Kino gepuscht wird. Strategisch zur Weihnachtszeit. Das Buch zum Film. Kennt man ja.
Anyway - ich schweife ab.

Also das erste Buch war doofes Kinderbuch, was will man erwarten, also gut, weggelegt.
Weil ich im Moment aber starkes Bedürnis nach hirnlosem Eskapismus habe, kam als nächstes ein Bestseller, zugegeben von vor 10 Jahren und evtl. auch nur in den USA: "Sommer Sisters" von Judy Blum. Oder Blume?
Immerhin damals ein New York Times Book of the Year, wenn das Jahr auch schon etwas zurueckliegt. Jedenfalls: auch das ging nur 50 Seiten. Nee, sowas hat man schon zu oft gelesen, Jugendfreundschaft zweier gaaanz unterschiedlicher Mädchen, die sich dann entfremden, einmal darf man raten, warum, genau: wegen eines Mannes. Oder noch Jugens? Soweit hab ich nicht gelesen, um das sagen zu können.
Der Eskapismus bringt's auch nicht, also doch wieder zu anspruchsvollerem:
Der Eskapismus bringt's auch nicht, also doch wieder zu anspruchsvollerem:
"Carry Me Down" von M J Hyland, immerhin letztes Jahr auf der Kurzliste des Man Booker Prize. Das ging aber auch nicht: nach 20 Seiten soll ein Sack mit Katzenjungen ertränkt werden, als das nicht klappt, werden sie mit dem Kopf an die Badewanne geknallt. Nichts gegen Gräuel, das ist prinzipiell schon o.k. in Büchern, wenn es Sinn hat (hier hat es Sinn). Nein, was mich eher abgestossen hat, war die insgesamt so dermassen deprimierende Atmosphäre einer vage dysfunktionalen Familie mit einem ebenso ungreifbar aber deutlich durchgeknallten 11jährigen. Dem man auch noch hilflos ausgeliefert ist, weil er der Ich-Erzähler ist. Und der im letzten Viertel des Buches versucht, seine schlafende Mutter zu ersticken. Nee, das geht im Moment nicht, bei dem deprimierendem Herbstwetter kann ich solche Gesellschaft nicht verkraften. Wie muß man drauf sein, um dieses Buch als "instantly likeable" und "unputdownable" zu beschreiben? (Wie auf dem Umschlag geschehen, letzteres von niemand geringeren als Ali Smith.) Völlig unverständlich.
Also zu einer Bekannten, Carol Shields. Ihr "The Stone Diaries", für das sie den Pulitzer Preis bekommen hat. Und siehe da - es liegt nicht (nur) an mir: ein Buch zum Dranbleiben, das Gefühl, bei der Erzählstimme gut aufgehoben zu sein und Neues über scheinbar Belangloses zu erfahren.Hurra. Endlich wieder ein Buch zum Lesen-Wollen.
Wen es interessiert (und wen WIRD es interessieren, was hier steht?) - ein relativ sicherer Tip für Leute, die Carol Shields (und vielleicht insbes. "The Stone Diaries") mögen, dürfte "Gilead" von Marilynne Robinson sein. Dieselbe "serene" - hier fällt mir mal wieder nicht das deutsche entsprechende Wort ein, vielleicht "ruhig/gelassen"- und zutiefst humane, irgendwie weise, ernste, aber nicht humorlose Erzählhaltung bzw. Erzählstimme. Dieselbe Einsicht in Alltägliches und seine Transzendenz.
Genug für heute.
1 Kommentar:
Mich interessiert's natuerlich! Willkommen in der Blogosphere!
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